Lesetipps zu Freimaurerei

Ich bin Freimaurerin und Freimaurerei ist ich

Dieser Gastbeitrag von Constantia-Schwester Inka im Blog "Hagen unterwegs" wurde im Sommer 2020 veröffentlicht. Er ist ganz zeitlos und so nehmen wir ihn gerne in unsere Sammlung von Lesetipps auf.

Um mich richtig einzustimmen, habe ich die Texte der beiden Brüder gelesen.

Es gibt viele Übereinstimmungen, aber genauso viele Dinge, die ich anders sehe. Das ist nur natürlich. Die Freimaurerei ist auf der einen Seite zutiefst persönlich – auf der anderen Seite jedoch einfach nur menschlich.

Wenn Du selbst dafür bereit bist, lässt die Freimaurerei positive Wesensarten aus Dir heraus, die Du bis dato nicht gekannt hast.

Auf diesen Satz möchte ich gerne genauer eingehen.
Normalerweise ist die Welt voll von Gegensätzen (Liebe – Hass, hell – dunkel, gut – böse, usw.).
Die Freimaurerei ist durch und durch positiv. Sie hat tatsächlich keinen Gegensatz. Nicht nur das: Sie kann Gegensätzlichkeiten überbrücken. Wer an sich arbeitet, also bereit ist, mit Hilfe der Freimaurerei seine Ecken und Kanten zu bearbeiten – der benutzt die Freimaurerei in einem ihrer vielen Sinne: Aus guten Menschen bessere zu machen.

Warum wir keine Männer aufnehmen?

Schon ein paar Jahre alt, per Zufall sind wir wieder auf unseren Gastbeitrag bei Freimaurer online gestoßen. Durch die Genderdebatte erscheint das Thema in aktuellem Licht. Interessanterweise ist es nach wie vor so, dass uns FreimaurerINNEN nie jemand fragt, warum wir keine Männer aufnehmen.
Der Blog FrauMaurer ist übrigens derzeit nicht aktiv. 

Warum wir keine Männer aufnehmen?

Weil wir eine Frauenfußballmannschaft sind, möchte ich antworten, denn im Sportverein fragt das in der Regel niemand. Auch bei öffentlichen Abenden in meiner Frauenloge ist diese Frage kein Thema. Es erkundigt sich niemand danach. Warum auch? Gibt es doch Logen für Männer, für Frauen und Logen, in denen Männer und Frauen gemeinsam arbeiten. Jeder Mensch kann die für sich passende Umgebung wählen. Das ist das Großartige unserer Zeit. Jede Schwester wird ihre Gründe gehabt haben, sich einer Freimaurerinnenloge anzuschließen. Für mich sind es drei:

In meinem beruflichen Umfeld habe ich zu 80 Prozent mit Männern zu tun und genieße in der Loge das Zusammensein mit Frauen und den hier möglichen Austausch. Die Loge ist eine Werkstatt und ein Übungsfeld für mein Leben und Übung macht die Meisterin. Und wie übt es sich am leichtesten? Mit reduzierter Komplexität. Wer Rechnen lernt, beginnt ja auch mit kleinen Zahlen und einfachen Operatoren. Auch in der Loge funktioniert das Prinzip: wir sind alle Frauen und einander Schwestern. Nicht weniger, aber auch nicht unbedingt mehr. In unserem Leben jonglieren wir dagegen viele Rollen zugleich: Frau, Mutter, Tochter, Ehefrau, Partnerin, Nachbarin, Kollegin, Mitarbeiterin, Chefin, Schwester, Freundin… Jede Rolle hat ihre Besonderheiten und Stolperfallen. In der Loge dürfen wir uns auf den Kern unseres Seins konzentrieren und die zusätzliche Komplexität der Welt für eine Weile ausblenden. Was für eine Wohltat! Nicht zuletzt ist mir persönlich die bewusste Verschwesterung von Frauen als emanzipatorischer und politischer Akt wesentlich.

Für die Zukunft stellt sich mir viel weniger die Frage, WIE die Logen zusammengesetzt sind als die, WIE es uns gelingt, jungen Erwachsenen heute die Relevanz von Freimaurerei auch im 21. Jahrhundert zu vermitteln. Darauf müssen wir in unseren verschiedenen Bauhütten Antworten finden.

https://www.freimaurer.online/2014/11/fraumaurer-warum-wir-keine-manner-aufnehmen/

Grundgesetz mit Unterschriften im Haus der Geschichte

  Gekürzte Version eines Vortrags an einem Gästeabend der Freimaurerinnenloge CONSTANTIA

 

(Nur) das Gesetz kann uns Freiheit geben: Das Grundgesetz

Im Mai dieses Jahres jährte sich das Inkrafttreten des Grundgesetzes zum 70. Mal und ein Jubiläum ist ein guter Anlass, genauer hinzuschauen.

Die Zeit und die Menschen

In meiner Lebenszeit gab es das Grundgesetz immer. Scheinbar ganz selbstverständlich. Daher die Frage zu Beginn: Wie kommt eine Gesellschaft zu Regeln?

Der Podcast "Freimaurer im Gespräch" thematisiert in Folge 15 die Freimaurerinnen - aus der Inhaltsbeschreibung:

Heute zu Gast ist Antje Hansen, Großmeisterin der Frauen-Großloge von Deutschland. Patrick und Kai sprechen mit der zugeschalteten Antje über die Situation der Frauen in der Freimaurerei und über ihren eigenen Zugang zum Bund. Darüberhinaus auch darüber, wie die Freimaurerei sich öffnen und vielleicht auch größere gesellschaftliche Relevanz bekommen könnte. Ein spannendes Gespräch das zeigt, wie gut es ist, gemeinsam im Dialog zu sein.

https://podcast615d5b.podigee.io/15-freimaurer-im-gesprach-folge-15-frauen-in-der-freimaurerei

Freimaurer-Witze, gelacht habe ich nicht

Grundsätzlich habe ich eine Menge übrig für Witze und die Idee, auch über Freimaurer(innen) Witze zu machen. Doch leider war - meiner Ansicht nach - keiner der 63 Witze in diesem Buch lustig. Die Haltung, die sich in den Witzen widerspiegelt, ist einfach nicht meine.

Ein Beispiel:

Frauen-Power

Ein Ehemann kommt nach Hause, kurze Zeit nachdem er das Haus verlassen hatte und viel früher als von seiner Frau erwartet. Sie fragt: "Liebling, ich dachte, du gehst zu einem Logentreffen?" "Es wurde verschoben", antwortete er, "die Frau des ehrwürdigsten, erhabenen und machtvollen souveränen General-Großkommandeurs hat ihn heute Abend nicht aus dem Haus gehen lassen."

"Ohne Worte" wäre die zum Genre passende Bemerkung. Tatsächlich passt diese Art Humor nicht zu unserem Alltag im 21. Jahrhundert, auch wenn das Cover modern daherkommt, die Erwartungen werden nicht erfüllt. 
Befremdlich finde ich zudem, dass die Schriftgröße auf fast jeder Seite wechselt. Ist der Witz kurz, ist die Schrift groß, ist er lang, entsprechend kleiner, so dass in der Regel ein Witz eine Seite füllt.

Erschienen im Salier-Verlag, ISBN 978-3-943539-21-9

Unsere Meinung: kann man getrost auslassen

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