Gästeabende unserer Frauenloge

Wir veranstalten regelmäßige Abende mit Vortrag und Diskurs für interessierte Frauen. In der Regel finden sie am 1. Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr im Logenhaus Düsseldorf in der Uhlandstraße statt. Egal, ob Sie einfach neugierig sind, was Freimaurerinnen tun, ob Sie mehr erfahren möchten oder schon sehr konkrete Vorstellungen haben, am besten lernt man sich im persönlichen Gespräch kennen. Wir laden Sie sehr gerne zu unserem nächsten Gästeabend ein. Damit wir besser planen können, bitten wir um Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die nächsten Termine und Themen kündigen wir auch hier auf unsere Webseite an.

Wir befassen uns bei unseren öffentlichen Abenden mit ganz verschiedenen Themen, zum Beispiel: Frauen in der Freimaurerei, der Spiegel, die Düsseldorfer Frauenberatungsstelle, die Namen der Logen der FGLD, das konvivalistische Manifest, Lesung Freimaurer heute, Josephine Baker, Musik und Freimaurerei, Care-Arbeit, das Wesen der Rituale, Zukunftswerkstatt Freimaurerei, der Salomonische Tempel. In den allermeisten Fällen werden die Vorträge von Mitgliedern der Loge vorbereitet und gehalten. Im Vordergrund steht immer das persönliche Gespräch, der Dialog und das Kennenlernen. Die Loge ist schließlich keine Volkshochschule und auch kein Debattierclub.

Freimaurerinnen für Toleranz

Toleranz – eine mögliche Antwort auf Probleme in einer immer komplexer werdenden Welt?

Ein Diskussionsbeitrag von B. Rüth zum Toleranzabend
in der Stadtbücherei Düsseldorf-Wersten am 25.10.2019

 
Kaum eine Haltung hat eine derartig steile Karriere aufzuweisen wie die der Toleranz. Die Toleranz ist ein Produkt der Aufklärung, also des ausgehenden 18. Jahrhunderts – damals allerdings mit dem Fokus auf Religion und Weltanschauung. John Stuart Mill radikalisierte im 19. Jahrhundert den Begriff, indem er ihn auf Gruppen und Einzelne anwendete (1). Dies ist im Wesentlichen der heutige Stand.
Wenn es um den Begriff „Toleranz“ geht, fallen oftmals Wörter wie Duldsamkeit, Verständigungsbereitschaft, Nachsicht, Flexibilität und Entgegenkommen. Ganz nach dem umgangssprachlichen Motto:

„Jeder soll jedem verständnisvoll zunicken und so tun, als gäbe es zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht überhaupt keinen Unterschied.“ 

Doch laut Domanyi (2003) besteht der eigentliche Sinn der Toleranz im Gemeinschaftserhalt, in Form von unterschiedlichen Ansichten und Lebensäußerungen.
Offensichtlich ist der Toleranzbegriff schnell missverständlich oder wie Mitcherlich sagt „schwammig“ (2). Er hat im Laufe der Geschichte mehrere Bedeutungsänderungen erfahren, wobei die verschiedenen Begriffsdeutungen heute zum Teil nebeneinander und konkurrierend verwendet werden.

Nun, was genau meint nun Toleranz, wie ist sie zu definieren und welche Kriterien machen sie aus? Diese Fragen möchte ich im Folgenden näher beleuchten, um ausgehend von einer gemeinsamen Grundlage ihre Bedeutung in unserer heutigen pluralistischen Gesellschaft bewerten zu können.

Eingang Logenhaus
Symbole im Straßenpflaster


Vortrag von Antje zum öffentlichen Vortragsabend ider Loge CONSTANTIA
m September 2017, 
alle Rechte vorbehalten. 

Faszination Freimaurerei

300 Jahre besteht die sog. „moderne“ oder auch „konstitutionelle" Freimaurerei in diesem Jahr, gerade in der vergangenen Woche, am 1. September, fand dazu in Hannover die deutsche zentrale Jubiläumsveranstaltung statt. Bundespräsident Walter Steinmeier äußerte sich in seinem (verlesenen) Grußwort voller Anerkennung auch zu der langen Zeitspanne: Es gebe nur wenige Institutionen, die auf eine so lange Geschichte zurückblicken könnten. Wohl wahr. Offenbar bietet die Freimaurerei Menschen über eine lange Zeit etwas, das anspricht und zum eigenen Engagement motiviert.

Was macht die Faszination der Freimaurerei aus? Ich möchte Ihnen darauf meine ganz persönliche Antwort geben.


Was ist freimaurerische Arbeit?

Im Zentrum der freimaurerischen Arbeit steht die Überzeugung, dass die Fähigkeit zur bewussten Gestaltung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit im Menschen fest verankert ist. Mit dem Bild vom freien Menschen, aus dessen Denken, Planen und Handeln heraus die Welt Form und Gestalt annimmt, greift die Freimaurerei aufklärerische Erkenntnisse und Ideen auf, die unsere Kulturgeschichte seit dem Altertum prägen.

Die freimaurerische Arbeit soll Menschen dazu befähigen, im Alltag ethisch zu handeln und einen aktiven Beitrag zur Verbesserung menschlicher Lebensumstände und gesellschaftlicher Strukturen zu leisten. 
Es kennzeichnet die Freimaurerei, dass sie keine fertigen Antworten öder Konzepte vorgibt, sondern Arbeitswerkzeuge anbietet: Selbstbesinnung und Selbstreflexion, die Arbeit mit Symbolen, gemeinsames rituelles Erleben, die Aneignung von Wissen sowie der Gedankenaustausch untereinander und die Übung freien, eigenständigen Denkens. Sinn und Zweck der freimaurerischen Arbeit ist die Stärkung des Individuums und seiner Fähigkeit, Ideale wie Gleichwertigkeit, Freiheit und soziale Verantwortung konkret zu verwirklichen.

Am Fortschritt waren im Laufe der Kulturgeschichte immer Frauen beteiligt, die in der Geschichtsschreibung jedoch oft unerwähnt bleiben. Angesichts dieser Tatsache ubernehmen Freimaurerinnen nicht einfach nur die Tradition eines Mannerbundes, sondern knüpfen an eine ebenso beeindruckende wie motivierende Geschichte von Frauen an.

Die Logen der FGLD verstehen sich als Gemeinschaften, deren Mitglieder sich weder über Besitz, noch über einen beruflichen oder familiären Status definieren. Materielle oder gesellschaftliche Vorteile durch die Mitgliedschaft in einer Loge dürfen deshalb nicht erwartet werden. Aktivitäten zu Auftragsakquisen oder anderen geschäftlichen Vorteilsnahmen sind nicht erwünscht.

Was in der Loge zählt, sind die persönlichen Wertvorstellungen, Stärken und Besonderheiten, die jede Einzelne in die gemeinsame Arbeit einbringt.

Die Logen sind vereinsrechtlich organisiert. Mit der Aufnahme ist deshalb eine Vereinsmitgliedschaft verbunden.
Die Aufnahme volljähriger, freier Frauen in eine Loge erfolgt ohne Ansehen religiöser Bekenntnisse, der Staatsangehörigkeit öder politischer Überzeugungen, um Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit zu garantieren. Im bundesweiten Dachverband der 1982 gegründeten Frauen-Größlöge von Deutschland (FGLD) sind die Logen Mitglieder. Innerhalb aller Organisationsstrukturen gelten die jeweilige Satzung sowie die Logen- bzw. Großlogenordnung.

Freimaurerische Arbeit in der Frauenloge Constantia

Die Logen verstehen sich als Ort der Begegnung in gegenseitiger Achtung, Wohlwollen und in Respekt voreinander.
Die Logengemeinschaft ist ein Vertrauensraum für intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch über Themen aus dem Weltgeschehen, gesellschaftliche Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Fragestellungen.

In der bewussten Auseinandersetzung mit menschlicher Vielfalt söll sich der Blick fur zwischenmenschliche, generationsspezifische und kulturelle Unterschiedlichkeiten öffnen.
Die Begegnung auf Augenhöhe setzt die Bereitschaft der Logenmitglieder voraus, sowohl persönliche Wertmaßstäbe als auch religiöse und politische Dogmen kritisch zu hinterfragen und sich mit diesen vorurteilsfrei auseinanderzusetzen.
 
Bei unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen wird ein tolerantes Aufeinander-Zugehen angestrebt.
Die freimaurerische Arbeit beinhaltet den selbständigen und flexiblen Erwerb eigenen Wissens ebenso wie die Umsetzung gewonnener Erkenntnisse innerhalb des individuellen Lebensbereichs.

Freimaurerinnen und Freimaurer sprechen grundsatzlich nur in ihrem eigenen Namen. Sie denken und handeln selbstverantwortlich.
Die Erarbeitung einer persönlich vertretbaren Ethik ist eine Aufgabe, in die man hineinwächst, und die lebenslang aktuell bleibt.

Die Werte und Einstellungen einer an Humanität ausgerichteten Lebenshaltung werden in der Freimaurerei auf ganz besondere Weise lebendig durch die regelmäßige Praxis von Ritualen.
Die freimaurerischen Rituale versinnbildlichen in ihrem Ablauf, ihren Inhalten und Formen ein ideales, überzeitlich und kulturübergreifend gültiges Modell menschlicher Persönlichkeitsentwicklung und eines humanen Miteinanders.

Die Bilder und symbolhaften Handlungen wirken geistig und emotional auch außerhalb des Rituals weiter. Die Wirkung hängt immer vom einzelnen Individuum ab, und die Qualität der Ritualarbeit wird bestimmt durch das Engagement der Mitarbeitenden.

Aus dem freimaurerischen Ritual lässt sich lebensorientierende Kraft schöpfen. Es vermittelt religions- und kulturubergreifende Einblicke in das, was das Menschsein ausmacht und gleichzeitig uber den Menschen hinausweist.

Die rituelle Aufnahme betont das bewusste Erleben des Übergangs vön einem Lebensabschnitt in den anderen, macht Menschen zu Mitgliedern der Logengemeinschaft und markiert den Beginn einer neuen Lebensphase.

Mit dem Ziel, Maßstäbe für ethisch verantwortliches Handeln im Alltag zu entwickeln, besitzt das freimaurerische Ritual einen ausdrücklich lebensweltlichen Bezug.

Voraussetzung für die freimaurerische Arbeit sind Eigeninitiative, Eigenverantwortung und eine ernsthafte Arbeitshaltung sowie Neugier und Offenheit. Logenarbeit gelingt nur dann, wenn sich jede Einzelne mitverantwortlich fühlt, regelmäßig an den Arbeiten teilnimmt und ihre Talente so einbringt, dass ethische Orientierung, rituelles Geschehen und menschliches Miteinander für alle zufriedenstellend erlebt werden können

Teil des Aufnahmerituals ist das offizielle Ablegen eines Gelöbnisses, mit dem man sich vor sich selbst verpflichtet, die Bereitschaft aufzubringen,

  • sein Leben in den Dienst der Humanitat zu stellen,
  • menschlicher Begegnung und gegenseitiger Anregung Wertschatzung entgegenzubringen,
  • Offenheit fur unsere Zeit und Interesse an den Fragen unserer Welt zu zeigen.

Das Gelöbnis steht in keinem Widerspruch zu den sittlichen, religiösen und bürgerlichen Pflichten der Einzelnen und kann vor der Aufnahme eingesehen werden. Der Antrag auf Aufnahme in eine Loge kann nur nach eigenem freien Willen und Entschluss gestellt werden.

Durch Beschäftigung mit Themen wie Freiheit, Personlichkeitsentwicklung, Selbsterkenntnis, Ganzheitlichkeit von Denken, Fühlen und Handeln, Gleichwertigkeit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, Toleranz, Verantwortung, Selbstorganisation, Kommunikation auf gleicher Ebene, staatsbürgerschaftliches Engagement etc., können Frauen wie Männer im Rahmen freimaurerischer Arbeit ihren Anteil zur weiteren Entwicklung einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft beitragen.

Freimaurerische Ideen und Ideale sowie deren lebensweltliche Umsetzung besitzen als humanistisches Erbe stets neue Dringlichkeit.

 

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Neue Beiträge der Freimaurerinnen von Constantia

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