Wer wir sind: eine Frauenloge in Düsseldorf

Wir sind ganz unterschiedliche Frauen, die nicht stehen bleiben, sondern sich selbst weiter entwickeln wollen. Für die Arbeit an uns selbst benutzen wir symbolische Werkzeuge, die dem Bauhandwerk entlehnt sind: den Spitzhammer als Symbol für notwendige Veränderungen, das Senkblei als Sinnbild für das Ausloten unserer Motive oder die Winkelwaage zum Prüfen des rechten Verhältnisses zu anderen. Die freimaurerische Arbeit ist kein Selbstzweck. Es geht uns um das Überdenken unserer Lebenshaltung in der Gemeinschaft.

Was könnte für diese symbolische Arbeit herausfordernder sein, als eine intensive Diskussion ganz unterschiedlicher Themen mit völlig verschiedenen Frauen, die sicher sehr unterschiedliche Positionen beziehen?

Was ist freimaurerische Arbeit?

Im Zentrum der freimaurerischen Arbeit steht die Überzeugung, dass die Fähigkeit zur bewussten Gestaltung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit im Menschen fest verankert ist. Mit dem Bild vom freien Menschen, aus dessen Denken, Planen und Handeln heraus die Welt Form und Gestalt annimmt, greift die Freimaurerei aufklärerische Erkenntnisse und Ideen auf, die unsere Kulturgeschichte seit dem Altertum prägen.

Die freimaurerische Arbeit soll Menschen dazu befähigen, im Alltag ethisch zu handeln und einen aktiven Beitrag zur Verbesserung menschlicher Lebensumstände und gesellschaftlicher Strukturen zu leisten. 
Es kennzeichnet die Freimaurerei, dass sie keine fertigen Antworten oder Konzepte vorgibt, sondern Arbeitswerkzeuge anbietet: Selbstbesinnung und Selbstreflexion, die Arbeit mit Symbolen, gemeinsames rituelles Erleben, die Aneignung von Wissen sowie der Gedankenaustausch untereinander und die Übung freien, eigenständigen Denkens. Sinn und Zweck der freimaurerischen Arbeit ist die Stärkung des Individuums und seiner Fähigkeit, Ideale wie Gleichwertigkeit, Freiheit und soziale Verantwortung konkret zu verwirklichen.

Am Fortschritt waren im Laufe der Kulturgeschichte immer Frauen beteiligt, die in der Geschichtsschreibung jedoch oft unerwähnt bleiben. Angesichts dieser Tatsache übernehmen Freimaurerinnen nicht einfach nur die Tradition eines Männerbundes, sondern knüpfen an eine ebenso beeindruckende wie motivierende Geschichte von Frauen an. Gesamten Beitrag lesen

 

Freimaurerei für Frauen?

Vielleicht dachten Sie bislang, Freimaurer wären immer männlich? Es gab in Deutschland seit den 1920er Jahren Freimaurerinnen, die Mitglied in gemischten Logen waren. Die erste reine Frauenloge wurde 1949 in Berlin gegründet. Heute gehören der deutschen Frauengroßloge FGLD 31 Logen im ganzen Land an, mit in Summe über 600 Mitgliedern. Die deutschen Freimaurerinnen sind international vernetzt bei C.L.I.M.A.F., einem Verband von Frauengroßlogen.

Und wie wird man Freimaurerin?

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und am Anfang sind alle Wege dunkel. Besuchen Sie uns an einem öffentlichen Abend (s. Termine) und lernen Sie uns kennen! Die Freimaurerinnen der Loge Constantia treffen sich im Düsseldorfer Logenhaus, unser Logentag ist der Mittwoch.

Und bis dahin?

Wir haben eine Reihe von eigenen Texten bzw. Vorträgen zusammengestellt, die wir Ihnen zum Lesen empfehlen möchten, s. Menüpunkt Interessierte. Unter dem Menüpunkt Lesetipp finden Sie Buchrezensionen, Blogs und Podcasts zur Freimaurerei. 

Viel Stoff also, um herauszufinden, was es mit den Freimaurern, mit ihrer Geschichte, den freimaurerischen Geheimnissen, Ritualen und Symbolen auf sich hat. 

Düsseldorfer Gehrybauten am Rhein

Düsseldorfer Freimaurerinnen zeigen, was ihnen Symbole bedeuten

 
Symbole spielen in der Freimaurerei eine wichtige Rolle. Ihr bildhafter Charakter regt Gedanken an und bleibt zugleich offen, legt nicht endgültig fest. Sieben Schwestern unserer Loge haben sich in einem Fotoprojekt mit Symbolen auseinandergesetzt. Gewählt haben sie Zirkel, Winkelmaß, Maßstab, Knotenschnur, Stäbebündel, Kelle und Spiegel. Viele unserer Symbole stammen aus dem Bauhandwerk und beziehen sich darauf. An den Gehry-Bauten, sehr prägnanten Gebäuden am Düsseldorfer Rheinufer, sind die Bilder entstanden. 

Schmuckstück mit Symbolgehalt:

Bijou der Loge CONSTANTIA

Das Bijou

Jede Freimaurerinnenloge entwirft vor ihrer Gründung ein Schmuckstück, das wir Bijou nennen. Es wird bei den freimaurerischen Arbeiten getragen und macht die Schwestern als Angehörige dieser bestimmten Loge kenntlich.

Unser Bijou haben die Gründungsschwestern unserer Loge gemeinsam entworfen und sie haben ihre Anliegen, Wünsche und Zukunftsentwürfe für die Loge CONSTANTIA, die sie zum Gründungszeitpunkt als wegweisend betrachtet haben, die ihnen in besonderer Weise am Herzen lagen, in die Gestaltung dieses Bijou einfließen lassen.

Unser Bijou verbindet vier freimaurerische Symbole: Der Zirkel als Symbol der allumfassenden Menschliebe soll im Zentrum unseres Handeln stehen. Genauso wichtig war uns das Senkblei in unser Bijou zu integrieren und damit zum Ausdruck zu bringen, wie wichtig es ist zu jeder Zeit die Motive des eigenen Handelns zu untersuchen und ehrlich für sich auszuloten. Das Senkblei erinnert die Schwestern an den festen Vorsatz ehrlich zu sich selbst und auch ehrlich den Anderen gegenüber zu sein. Nicht nur ästhetische Aspekte führten daher dazu das Senkblei im Schwerpunkt des Zirkels zu verankern. Wir sind überzeugt, dass Ehrlichkeit und Kenntnis der eigenen Motive zwingend notwendig sind, um ein menschliches Miteinander gewinnbringend zu gestalten.

Beide Symbole, der Zirkel und das Senkblei, ruhen auf einem Rechteck, dem Symbol der Loge. Diese Positionierung zeigt an, dass eine vollkommene und gerechte Loge nur entstehen kann, wenn ihre Mitglieder die Mahnung dieser beiden Symbole beherzigen. Gleichzeitig ist aber auch die Loge das Fundament, um diese Haltung und diese Eigenschaften zu entwickeln und zu unterstützen. Die Loge stellt die Basis für unser freimaurerisches Handeln dar. Sie ist unsere Gemeinschaft und unsere freimaurerische Heimat. Die rechtwinklige Form dieses Symbols erinnert uns daran, in unserem Bestreben nach Recht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu handeln nicht nachzulassen.

Dies führt zu dem vierten freimaurerischen Symbol, das unser Bijou enthält. Es ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dennoch ist es für uns vorhanden, denn es war uns bei der Gestaltung des Bijous sehr wichtig. Das vierte Symbol ist die Kette. Wir wollten sie um die drei zuvor beschriebenen Symbole winden. Wir fühlten uns in der Gründungsphase  so eng miteinander verbunden, wie wahrscheinlich nie zuvor. Wir haben gemeinsam etwas geschaffen, unsere Geschichte geschrieben und Hand in Hand für unsere Gemeinschaft gearbeitet. Uns war so präsent, dass das Unternehmen Logengründung nur gelingen kann, wenn wir alle zusammenarbeiten und zusammenstehen wie in der Kette, die Kette der Schwestern war und ist für uns ein herausragend wichtiges Symbol. In unserem Bijou ist aus der Kette der die Symbole haltende Kreis geworden. Der Kreis ist außerdem die vollkommenste Figur, die weder Anfang noch Ende hat, er wird vom Zirkel geschlagen und passt sich dadurch organisch in unser Bijou ein.

Unsere Loge wächst und gedeiht im Kreis der Schwestern, der Kreis der Schwestern verschafft uns die Möglichkeit uns freimaurerisch weiterzuentwickeln und Schwester zu sein. Da wir alle Teil der Kette sind, ist uns auch klar, dass unser Verhalten jederzeit die Schwesternschaft beeinflusst und es auf jede Einzelne und ihren Beitrag zum Gelingen der Loge ankommt. Bei all unseren Entscheidungen in der Loge habe ich als Schwester daher stets eine doppelte Verantwortung, einmal die Verantwortung für mich, meine Handlungen, mein Wohlergehen und meine Zufriedenheit, zum Anderen aber auch eine Verantwortung für die Gemeinschaft.