Jeden Monat veranstalten wir einen Abend für Interessierte

2.12.2020 Der Salomonische Tempel, Versuch einer Näherung

Der nächste öffentliche Abend mit Vortrag für Gäste findet am Mittwoch, den 2. Dezember 2020 statt. Aus Infektionsschutzgründen können die Treffen derzeit nur virtuell stattfinden.

Beginn ist um 19:30 Uhr. Um Anmeldung via Mail wird gebeten!

Quelle: JMG/Pixelio.de

 

Der Salomonische Tempel

Versuch einer Näherung (Auszug)

Der Salomonische Tempel ist ein wichtiges Symbol in der FM. Er ist Ihnen, liebe Gäste, vielleicht bereits bei unseren Vortragsabenden begegnet. Mehr als einmal wurde hier schon ausgeführt, dass es Sinn, vielmehr Ziel der FM sei, den Tempel der Menschlichkeit zu bauen. Als Symbol dafür steht der Salomonische Tempel.

Ein Symbol ist bildhaft und steht in der Freimaurerei zumeist für abstrakte, komplexe Ideen. Das Symbol selbst ist in der Regel leicht zugänglich, gut zu erfassen, bildlich greiVar: etwa das Winkelmaß, der Zirkel, das musivische Pflaster oder der Kubus. 
 Wie steht es um das Symbol des Salomonischen Tempels? Was haben wir davon für eine Vorstellung? Gibt es überhaupt etwas wie eine allgemeine Vorstellung?

(...)

Ein Vers aus der Bibel beflügelte die Idee aus praktisch-tätigen Steinmeobauhüaen „Werkstäaen des Geistes“ zu formen. Der Vers (...) besagt, dass der Bau des Salomonischen Tempels ohne ein Geräusch von Werkzeugen erfolgt sei. Der Vers spielt besonders auf den Lärm von Eisenwerkzeugen an. Der Salomonische Tempel wurde sozusagen – in Stille – gebaut. (...) Die Steine sollen sich derart aneinanderfügen, dass sie ohne weitere Verbindung hielten. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass die behauenen Steine im übertragenen Sinne „Menschen“ sein könnten. Aus den Menschen soll ein Tempel der Humanität entstehen. (...) Wie die Wandlung von praktisch-tätigen Steinmeobauhüaen in „Werkstäaen des Geistes“ geschah, kann heute nur schwer nachvollzogen werden. Genaue Ritualüberlieferungen aus dem 17. Jhd. fehlen. (...) Aus dem 18. Jahrhundert ist hingegen überliefert, dass der Salomonische Tempel stark in den Miaelpunkt der Logen und deren Rituale trat. (...) Die Freimaurer bezeichnen bis heute ihren rituellen Versammlungsraum als „Tempel“.

(...)

Hier wird deutlich, wie schmal der Grat zwischen Deutung und Missverstehen ist: Wer den Tempelbau nicht symbolisch versteht, sondern ernsthaft meint, Freimaurer wollten den salomonischen Tempel als Bauwerk neu errichten, ist von Verschwörungstheorien, Geheimwissen, geheimen Plänen etc. nicht weit entfernt. Und auch nah an dem Stoff, aus dem bspw. Dan Brown seine Bestseller strickt.

Viele Bausteine sind jeot zusammengetragen, ein vollständiges Mosaik habe ich dennoch nicht vor Ihnen ausbreiten können. Das erscheint als ein möglicher Schlüssel zum Verständnis. Wer eine historische Wahrheit finden will, der sucht vergeblich. Die, die in der Lage ist, symbolische Weisheiten zu entschlüsseln, kann den für sich selbst zutreffenden Sinn herauslesen.