Nicht von gestern: Freimaurer heute

 

Goethe, Lessing, Mozart, Liszt. Dass Freimaurer gerne auf berühmte Mitglieder verweisen, kann ich verstehen: Es schwingt immer ein bisschen Stolz und „na, wenn der das toll fand, muss doch was dran sein“ mit. Zugleich nervt es mich gewaltig. Sind wir nicht in der Lage, uns heute zu erklären? Brauchen wir prominente Testimonials, auch wenn sie vielleicht seit 200 Jahren tot sind?

Um so neugieriger war ich auf das soeben erschienene Buch von Philip Militz. Er portraitiert zehn Zeitgenossen (nicht neun, wie es hinten auf dem Einband steht), die Freimaurer sind. Die Begegnung mit diesen Menschen wirkt sehr einfühlsam. Jedes Portrait hat eine persönliche Note und auch der Autor schimmert überall ein bisschen durch, nicht nur durch eine lebendige Sprache. Kurz: Es macht Freude, diesen Menschen zu begegnen. Mit dem Buch gelingt, was sonst bei öffentlichen Abenden in den Logen nach und nach entsteht: Wir bekommen Einblicke in die persönlichen Interpretationen und Haltungen Einzelner und das regt zum Nachdenken an. Philip Militz stellt den persönlich interviewten einige gleiche Fragen, die diese sehr verschieden beantworten. Das ist Vielfalt in der Freimaurerei!
Auch die Frage nach der Bedeutung des Meistergrades ist dabei. An dieser Stelle habe ich mich gefragt, wer die Zielgruppe für das Buch ist. Die Einführung legt nahe, dass es sich an Interessierte wendet, die (noch) keine Mitglieder sind. Interessant ist es in jedem Fall, Freimaurer oder nicht.

Gefreut hat mich persönlich, dass Militz auch eine Freimaurerin der FGLD portraitiert. So gelingt es ihm auch in dieser Hinsicht, die Freimaurerei aus dem gestern heraus und in das rechte Licht HEUTE zu rücken.

Erschienen im Salier Verlag, ISBN 978-3-943539-45-5

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